Die Krise als Chance - Umweltschutz-Projekte auf Koh Samui, Koh Phangan und Koh Tao unterstützen nachhaltigen Tourismus
Das Sandbox-Projekt macht es möglich: Seit Mitte Juli können vollständig Geimpfte unter Auflagen die Inseln Koh Samui, Koh Phangan und Koh Tao wieder bereisen. Nicht nur Thailand-Reisende freuen sich über diese Öffnung, auch die Bewohner der Inselparadiese wünschen sich ein Ende der Reisebeschränkungen sehnlichst herbei, denn die lange Zeit ohne touristische Einnahmen war eine wirtschaftlich extrem harte Zäsur für viele Menschen.
Der Stillstand hat aber auch das Bewusstsein für die Ursprünglichkeit der Natur wieder in den Fokus gerückt. So sind in den letzten Monaten viele neue Ideen entstanden, um die einzigartigen Korallenriffe, das glasklare Wasser oder die artenreichen Dschungelgebiete zu schützen. Immer mehr Menschen sehen im Ökotourismus die Chance, sich vom Massentourismus weg zu entwickeln. So sind in den letzten Monaten viele neue Projekte und tolle Initiativen in Thailand entstanden, die einen nachhaltigeren Tourismus fördern.
Initiative für nachhaltiges Abfallmanagement auf Koh Samui
Eine der größten Herausforderungen Koh Samuis ist der Müll. Das Asian Institute of Technology (AIT) und Thai Public Broadcast Service (TBS), haben daher im Herbst vergangenen Jahres gemeinsam das Projekt "AIT and Thai PBS Making Samui Green and Sustainable" gestartet. Ziel des Projektes ist festzustellen, wo genau wie viel und welcher Müll anfällt, um daraus Maßnahmen und Ideen zu entwickeln, die Abfallprobleme zu bewältigen. Die Macher der Studie nutzten die außergewöhnliche Situation, dass durch die coronabedingt nahezu touristenfreie Insel die nur von den Einheimischen erzeugte Abfallmenge bestimmt werden konnte: Ohne Urlauber sank diese um ungefähr die Hälfte. Die Untersuchung zeigt auch, dass die meisten Abfälle, die auf den lokalen Märkten anfallen, organischer Natur sind, während an Touristenattraktionen eher Plastik entsorgt wird.
Die Studienergebnisse helfen dabei, das Bewusstsein der Einheimischen für die Abfallproblematik zu schärfen und ihre eigene Version des Zero-Waste-Tourismus zu entwickeln. Und es gibt bereits einige positive Beispiele dafür, dass sich immer mehr Inselbewohner für ein nachhaltiges Abfallmanagement einsetzen, wie etwa das Ehepaar 'Aunty Nui und Uncle Jade', das täglich Lebensmittelabfälle sammelt, um daraus organischen Dünger herzustellen oder das Restaurant The Nature, das ausschließlich natürliche Produkte verwendet.
Kreative Kunst aus Plastikmüll auf Koh Phangan
Eine ganz eigene Sichtweise auf das Thema Müll hat das Kreativ-Kollektiv LABracadraba. In dem Zentrum für Kunsthandwerk, Bewegung und Nachhaltigkeit in den Kokosnusswäldern von Koh Phangan, wird Plastikmüll zum Upcycling genutzt. So entstehen aus weggeworfenen Scheren Küchenmesser oder aus alten Stoffresten schöne Röcke im Boho-Style. Die Macher der kreativen Workshops möchten aus all den Dingen, die achtlos weggeworfen werden, neue individuelle Schätze schaffen und mit diesen auf die Umweltverschmutzung und das Konsumverhalten aufmerksam machen. Bei aller Kritik gehört der Spaß an der Handwerkskunst und dem gemeinsamen Erleben immer dazu. LABracadabra ist ein kreativer Ort für den Austausch über Kunsthandwerk und nachhaltiges Leben. Ein Austausch, der Energie für Wachstum schafft.
Weitreichende Umweltschutzmaßnahmen
Um die Schönheit der faszinierenden Natur zu bewahren, setzt sich die Regierung seit mehreren Jahren aktiv für den Umweltschutz ein. So gilt seit Sommer 2017 an mehreren beliebten Touristenstränden ein Rauchverbot, um Strände und Meer vor weiterer Vermüllung zu schützen und auch für Hotels gelten inzwischen weitaus strengere Umweltstandards. Auf Koh Samui, Koh Tao und Koh Phangan im Golf von Thailand ist es seit 2018 unter anderem verboten, Fische zu füttern, an Korallenriffen zu ankern sowie jegliche Form von Abfall im Meer zu entsorgen.
Seit diesem Sommer kommt eine weitere Umweltschutzmaßnahme hinzu: Sonnenhungrige in den Nationalparks Thailands müssen bei ihrem Sonnenschutz genauestens aufpassen, denn die Verwendung bestimmter Inhaltsstoffe ist ab sofort untersagt. Die Vorschrift wurde erlassen, um die wunderschönen Korallenriffe vor weiterem Schaden zu bewahren. Diese Schutzmaßnahme kommt auch dem westlich von Koh Samui und Koh Phangan gelegenen Ang Thong Marine Nationalpark zugute. Die 42 Inseln dieses außergewöhnlich schönen Archipels bestehen aus zerklüfteten Kalksteinklippen, ursprünglichen Wäldern und feinsten Sandstränden und das soll auch so bleiben.
Green Island Project Koh Samui – Gemeinsam in die Zukunft
Eine weitere Initiative ist das Green Island Project Koh Samui. Das 2007 entstandene Projekt, ursprünglich angelegt für zehn Jahre, zielt darauf ab, Regierungsstellen, Geschäftsleute, Touristen und die lokale Gemeinschaft zusammenzubringen, um die natürliche Umgebung der Insel und ihre traditionellen Lebensweisen wiederherzustellen und langfristig zu bewahren. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit sollen Wege gefunden werden, die Qualität des Tourismusgeschäfts zu verbessern, damit Koh Samui auch in Zukunft ein attraktives Reiseziel bleibt. Zu den Aktivitäten der heutigen Green Island Foundation gehört die Unterstützung des jährlichen Samui Mala Festivals, die Veröffentlichung eines Umweltführers und die Förderung von Projekten zur CO2-Reduzierung. Der Initiative ‚Green Fingers Club‘ haben sich mehr als 200 Hotels angeschlossen. Der Club fördert die Entstehung einer Baumschule als Lern- und Entwicklungsstandort für einheimische Bäume und Pflanzen.
Verantwortung tragen
Alle diese Projekte und Initiativen zeigen, dass das Bewusstsein für ökologisch nachhaltiges Handeln steigt. Je mehr Menschen einen sanften Tourismus unterstützen, desto größer sind die Chancen, die einzigartige Natur Thailands langfristig zu erhalten und den Bewohnern ein gutes Leben zu ermöglichen.
