Darmstadt,
18
Juni
2020
|
10:38
Europe/Amsterdam

"Aguirre, der Zorn Gottes" und die nachhaltige Geschichte Perus

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Vor über vierzig Jahren wurde der Gründer und CEO der Inkaterra Group José Koechlin von Stein, Koproduzent eines Films, der heute als einer der größten Filme aller Zeiten und als Wendepunkt in der Entwicklung des Tourismus in Peru gilt – Aguirre, der Zorn Gottes. Sowohl Schauspieler als auch Crew wurden körperlich stark gefordert, sie bestiegen Berge, liefen durch den dichten Dschungel und ritten auf tückischen Gewässern durch das Herz des peruanischen Amazonas, angeführt von dem legendären Regisseur Werner Herzog.

Im Mai dieses Jahres kehrt Werner Herzog mit 48 angehenden Filmemachern nach Peru zurück. Nach einem erfolgreichen Workshop in Kuba ist "Filmen in Peru mit Werner Herzog" die zweite Filmemacher-Veranstaltung, die von Black Factory Cinema in Zusammenarbeit mit Inkaterra produziert wird.

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Dreharbeiten in Peru mit dem legendären Werner Herzog

Insgesamt elf Tage vom 01. bis 11. Mai 2018 durfte jeder Filmbegeisterte unter dem fachkundigen und aufmerksamen Auge von Werner Herzog einen Kurzfilm über den dichten Regenwald des Amazonas drehen. Einheimische waren die Protagonisten und die Filmschaffenden wurden durch die inhaltliche Konzeption, das Schreiben des Drehbuchs, Ton und sogar den Schnitt geführt. In täglichen Meisterkursen wurden über die Theorie des Filmemachens, die Herausforderungen, denen sich moderne Filmemacher stellen müssen, sowie Arbeitsmethoden, Stil und Technik gesprochen. Nach dieser Erfahrung hat Werner Herzog die besten Kurzfilme für die internationalen Festivals ausgewählt.

Eine der größten Herausforderungen war unter extremen Bedingungen in einer neuen Umgebung mit einer fremden Kultur und Sprache eine Geschichte zu finden, die die jungen Filmemacher erzählen wollen.

Die Dreharbeiten in Peru fanden im riesigen Tambopata-Reservat am Ufer des Madre de Dios-Flusses statt.

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Der Filmemacher und der CEO der Inkaterra Group 

Die Idee für die Masterclass entwickelten José Koechlin von Stein und Werner Herzog, weil sie selbst beim Dreh von Fitzcarraldo inmitten des peruanischen Regendwaldes gelernt haben, Probleme auf einer anderen Ebene zu begegnen und so ganz besondere Filme zu erschaffen.

Der Filmemacher und der heutige CEO der Inkaterra Group lernten sich 1971 kennen als Werner Herzog seine ersten Filme an der Champagnat High School in Lima vorstellte. Er kam mit einem Stipendium ausgestattet von einem deutschen Fernsehsender, um einen Film über Lope Aguirre zu produzieren, einen verrückten Eroberer und Verräter der spanischen Königskrone. Mit einem Handschlag besiegelten Werner Herzog und Jose Koechlin von Stein ihre Zusammenarbeit.

Aguirre, der Zorn Gottes wurde nur ein Jahr später veröffentlicht und trägt seitdem maßgeblich zur Entwicklung des Tourismus in Peru bei. Der Dreh im peruanischen Dschungel hat Koechlin zu einem weiteren Film inspiriert, von dem er Werner Herzog 1978 überzeugen konnte. Fitzcarraldo wurde einer der wichtigsten ethnographischen Dokumentationen über lokale Gemeinschaften.

„Ich glaube, dass kein anderer Film jemals unter solchen Umständen produziert worden ist“ erzählt Koechlin von Stein. Diese Grenzsituation habe sie beide zu wahren Freunden gemacht. Noch heute ist Koechlin von Stein von dem Filmemacher fasziniert: „Werner ist einer der wahren Künstler des 20. Jahrhunderts: Vor vielen Jahren nannte Truffaut ihn "den wichtigsten lebenden Filmregisseur", und ich glaube, er ist es immer noch."

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Drehen im Regenwald 

Micah Van Hove war einer der Teilnehmer der Master Class mit dem Thema „Fever dreams in the jungle“ und konnte bei dieser Erfahrung als Filmemacher über sich hinauswachsen. Er erzählt, dass Werner Herzog bereits am ersten Abend mit seiner Faszination für Filme jeden angesteckt hat. Sie hatten 10 Tage Zeit, einen Drehort, Protagonisten und eine spannende Geschichte zu finden. Um die Gegend und die Menschen besser kennenzulernen, nahm Macah Van Hove an einer Schule an einem Basketballspiel teil, applaudiert von Werner Herzog „Yes! That’s how you do it!“

Eine kleine liebenswerte Anekdote am Rande war die kleine Pause, die das Team einlegte, damit Werner Herzog das Bayern-Spiel in der Champions League sehen konnte.

Der letzte Tag der Masterclass war zugleich auch das Highlight: Gleich nach dem Frühstück, machte sich die Gruppe auf den Weg zu einer Satellitenstation von Inkaterra, um dort eine Art Theater aufzubauen, in dem alle Filme der Teilnehmer vorgeführt und anschließend diskutiert wurden. „Und dann war da Werner Herzog, der mir in die Augen schaute und vor meinen Mitstreitern meinen Film rezensierte “, erzählt Micah Van Hove.

Auch, wenn Micah Van Hove den „Werner Herzog Film Award“ nicht gewonnen hat, wird er die Abschiedsworte und das Funkeln in den Augen von Werner Herzog nicht vergessen. „Es ist jetzt eure Welt. Viel Glück.“

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Die Master Class 2018 war eine faszinierende Erfahrung. Nicht nur für Werner Herzog und die Teilnehmer, sondern auch für die Inkaterra Familie und das Dorf Madre de Dios.

Zu Ehren der Masterclass und Werner Herzog gibt es bei Inkaterra seit Mai ein Filmfest.

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