Nachhaltigkeit von Anfang bis Ende bei den Lieferketten der Green Pearls® Unterkünfte
Woher kommt das Essen? Woher stammen die Möbel? Wo wurden die Bettlaken hergestellt? Diese Fragen stellen Hotelgäste immer häufiger. Fragen nach Lieferketten, Herstellern und Produktionsorten. Die Menschen entscheiden bewusster, beschäftigen sich mehr mit einem Produkt, einem Unternehmen oder einem Hotel, dessen Geschichte und Philosophie. Das bemerken auch die Green Pearls® Partner und freuen sich über jede Nachfrage.
Das Problem mit den Lieferketten
Doch zurück zu den Lieferketten. Es geht nicht nur darum, woher das Essen kommt, sondern auch, wer daran beteiligt war. Woher stammen Baumwolle oder Leinen für die Bettlaken, woher Saatgut, Düngemittel und Tierfutter, wo wurde das Holz für die Möbel geschlagen und vor allem: Wer hat dort unter welchen Bedingungen gearbeitet?
Je länger eine Lieferkette ist und je mehr Zwischenstationen sie hat, desto schwieriger wird es, sie bis zu ihrem Start nachzuverfolgen und zu überwachen. Trotzdem liegt genau das in der Verantwortung von Hotels und Unternehmen. Bis Anfang des Jahres galt deshalb eine freiwillige Sorgfaltspflicht für Unternehmen in Deutschland. Diese wurde mit dem im Januar in Kraft tretenden Lieferkettengesetzt verschärft und verpflichtend gemacht.
Zunächst betrifft es nur die rund 700 Unternehmen mit mehr als 3.000 Arbeitnehmer*innen im Inland. Ab 2024 dann auch solche mit nur 1.000 Arbeitnehmer*innen. Mit dem Gesetz werden die Unternehmen verpflichtet, ihre Verantwortung für die Einhaltung der Menschenrechte war zu nehmen, und das nicht nur auf dem eigenen Gelände, sondern auch bei Zulieferern und Produzenten. Außerdem müssen die Unternehmen ein Risikomanagement einrichten, um neben der Verletzung der Menschenrechte auch die Schädigung der Umwelt zu minimieren und zu vermeiden, sowie Beschwerdeverfahren ermöglichen. Arbeitnehmer*innen aus Zuliefererbetrieben können so einfacher Menschenrechtsverletzungen anzeigen und entschädigt werden.
Regional oder aus eigener Herstellung – So sorgen die Green Pearls® Unterkünfte für Nachhaltigkeit in der Lieferkette
Die meisten nachhaltig agierende Firmen und Hotels brauchen dieses Gesetz jedoch nicht, um ihrer Sorgfaltspflicht nachzukommen. Egal, wie groß sie sind und wie viele Mitarbeitende sie beschäftigen, transparente Lieferketten, direkte Kontakte zu den Herstellern und kurze Transportwege sind bei vielen tief in der Philosophie und im täglichen Handeln verankert.
Auch zu den Green Pearls® Kriterien zählt es, die eigenen Lieferketten im Blick zu behalten und diese so kurz wie möglich zu halten. Denn je kürzer die Lieferkette ist, desto leichter ist es, diese zu überwachen und mögliche Schädigungen an der Umwelt oder Verletzungen der Menschenrechte anzuprangern. Und besser für die Umwelt ist es ebenfalls. Die Ansätze für solche Verkürzungen sind ebenso vielfältig, wie die Green Pearls® Unterkünfte selbst. Ein paar davon stellen wir hier vor.
Farm to Table: Näher geht’s nicht
Wenn Hannes Pignater, Chefkoch der ADLER Lodge RITTEN, doch noch ein paar Tomaten mehr oder ein Bund frische Kräuter braucht, dann geht er einfach vor die Tür. Dort wachsen und gedeihen in einem großen Bauerngarten Gemüse, Kräuter und zum Teil auch Getreide. Naturnah angelegt und so bepflanzt, dass er nicht nur den Menschen, sondern auch den Insekten als Nahrung dient, versorgt er die Hotelküche mit Lebensmitteln, die frischer kaum auf den Teller kommen können. Alles, was nicht selbst angebaut oder hergestellt werden kann, kommt von regionalen Partnern, meist sogar aus der Nachbarschaft. Gäste erkennen diese Produkte am Regional Partner Siegel, das die ADLER Lodge RITTEN im letzten Jahr auf ihren Speisekarten eingeführt hat.
Weiter südlich in Italien werden auch auf dem historischen und liebevoll restaurierten Landgut A‘ Cràpa Mangia eigene Produkte wie Olivenöl, Marmeladen oder Chutneys hergestellt. Die Gäste können diese Produkte in der Hofbar erwerben und als Mitbringsel mit nach Hause nehmen oder direkt vor Ort auf der eigenen Terrasse genießen. Das Team vom A‘ Cràpa Mangia verrät außerdem gern, wo die Gäste weitere lokale Produkte finden können und empfiehlt gern authentische und nachhaltig agierende Restaurants in der Umgebung.
Auf dem Gerbehof stammt ein großer Teil der Produkte aus der eigenen bio-zertifizierten Landwirtschaft und von der eigenen Apfelplantage. Gäste können bei einem Spaziergang über das Gelände genau sehen, woher die Äpfel stammen, aus denen zum Beispiel der morgendliche Saft hergestellt wird und im Herbst rollen die Anhänger mit den Bio-Früchten direkt an der Hofeinfahrt vorbei.
(Bio-)Zertifizierungen bei den Zulieferern und Produzenten
Das SCHWARZWALD PANORAMA in Bad Herrenalb ist mit der Bioland GOLD Zertifizierung ausgezeichnet und arbeitet daher nur mit ausgewiesenen Bioland-zertifizierten Betrieben zusammen.Diese verzichten auf synthetische Pestizide und Düngemittel, stehen für eine artgerechte Tierhaltung und wirtschaften kreislaufgerecht. Auch in der eigenen Küche wird sorgsam mit den Lebensmitteln umgegangen und sie werden schonend zubereitet. All das kommuniziert das SCHWARZWALD PANORAMA transparent und ehrlich mit seinen Gästen. Seit neuestem weist es außerdem auf der Speisekarte die bei der Herstellung und Zubereitung der jeweiligen Kreation anfallenden CO2-Emissionen aus.
Auch bei der Renovierung der Appartements setzte das nachhaltige Hotel auf nachverfolgbare Lieferketten und eine bewusste Auswahl an Materialien. Mehr dazu erfahren Sie demnächst in unserem Newsletter.
Maximal 150 Kilometer legen die Produkte, die im STURM auf den Teller kommen zurück. Doch nicht nur die Regionalität ist der Inhaber-Familie Schulze-Dieckhoff wichtig. Als 100 % biozertifiziertes Hotel und Mitglied der Slow Food Bewegung stehen auch die Bio-Qualität und die Saisonalität ganz oben auf der Liste. Die meisten Zulieferer kennen sie persönlich und stehen im Austausch. Die kurzen Wege und das partnerschaftliche Verhältnis stellen außerdem sicher, dass vor allem bei den tierischen Produkten auf das Tierwohl geachtet wird.
Zum Teil sind so sogar echte Freundschaften gewachsen, sodass Mitarbeiterausflüge, Weihnachtsfeier und Sommerfeste direkt mit einem Besuch in der Brauerei, der Kaffeerösterei oder anderen Betrieben verbunden wird. So lernen außerdem die Mitarbeitenden die Partnerbetriebe kennen und können im Anschluss den Gästen jede Frage zu den Produkten beantworten.
Durch das offene Küchenkonzept im Restaurant Otto|s steht die Kommunikation mit den Gästen ohnehin im Mittelpunkt. Transparenz und Offenheit sind an der Tagesordnung, einzelne Bestandteile, Infos zur Herkunft und Unsicherheiten werden im direkten Gespräch mit dem Küchenteam geklärt. Immer wieder nehmen Gäste die Möglichkeit wahr, den direkten Kontakt des Produzenten zu erhalten, um dort selbst einmal vorbeizuschauen und sich für zu Hause mit Brot oder Käse einzudecken.
Regionaler Einkauf bei festen, langjährigen Partnern
Langjährige feste Partnerschaften sind auch dem HUBERTUS Mountain Refugio wichtig. Gleichzeitig unterstützt das nachhaltige Hotel der Familie Traubel bewusst die Region und kleinere, lokale Betriebe, in dem sie ihre Zulieferer auf ihrer Website vorstellen.
Das Berghotel Rehlegg bietet seinen Gästen ebenfalls eine solche Liste an, sowohl physisch im Hotel als auch auf der Website. Die Lebensmittel legen nur kurze Wege zurück, manche stammen sogar direkt vom Nachbarhof.
Keine langen Transportwege und ein persönliches Verhältnis zu Landwirt*innen und Produzent*innen steht im Hotel Okelmann’s in Niedersachsen an erster Stelle. Viele Höfe haben die Schwestern schon selbst besucht und das herzliche Miteinander und gegenseitiger Respekt sind für sie ebenso wichtig wie die hohe Qualität der Erzeugnisse. Genau das teilen sie mit ihren Gästen im persönlichen Gespräch, aber auch auf der Website und in den sozialen Medien.
Im Hotel Klosterbräu in Seefeld sind die lokalen Produkte auf der Frühstückskarte und dem Abendmenü gekennzeichnet. Auch bei den Getränken werden es immer mehr lokale Spezialitäten, zum Beispiel Tiroler Wein, das eigene Mineralwasser, Sirupe, aber auch Whisky oder Gin aus der Region.
Die Menschen achteten immer mehr auf dieses Thema, fragten nach und schätzten die Transparenz und die Bemühungen, ausschließlich regionale Produkte auf den Teller oder das Buffet zu bringen, berichtet das Hotel Weiherhof auf dem Ritten (Südtirol). Auf dem Frühstücksbuffet erfahren die Gäste durch kleine Schilder, woher Granola, Eier, Honig und Co. stammen. Meist direkt vom Ritten oder aus Südtirol, der Rest aus Italien.
Im Naturhotel Outside legen Daniel Ganzer und sein Team großen Wert auf regionale Lebensmittel. Wann immer möglich kaufen sie direkt bei den Höfen und Produzenten ein. So bleibt die Lieferkette kurz und im Hotel ist man sich sicher, dass die Produkte, ob nun Lebensmittel oder Möbel, unter fairen und umweltfreundlichen Bedingungen hergestellt wurden. Auch den Gästen wird diese Nähe zu den Produzenten vermittelt, indem auf dem Buffet und im Menü nicht nur die Hersteller genannt, sondern auch die Menschen hinter den Produkten vorgestellt und ihre Geschichten erzählt werden.
Im Paradiso Pure.Living auf der Seiser Alm in Südtirol sieht man es genauso. Im Einklang mit der Pure-Philosophie und dem Fokus auf vegan-vegetarische Ernährung ist es für das Paradiso-Team eine logische Konsequenz, dass sie ihre Zulieferer bewusst und nach hohen Standards und ökologischen Prinzipien auswählen. Das gilt für Lebensmittel, ebenso wie für Stoffe und Möbel. Darüber hinaus stammen sowohl Lebensmittel als auch Getränke, die übrigens alle biologisch oder biodynamisch hergestellt sind, zum größten Teil ausschließlich aus Italien und wenn möglich aus der direkten Umgebung.
Ähnlich geht das Relais del Maro in der Nähe von Imperia an der ligurischen Küste vor. Hier finden Gäste keine Produkte, die nicht aus Italien stammen. Stattdessen gibt es lokale Spezialitäten und Souvenirs wie bedruckte Tücher von befreundeten Kunsthandwerker*innen.
Die Zermatter Region unterstützen, die Besonderheiten und Spezialitäten der Schweizer Region mit den Gästen teilen und ihnen damit ein authentisches Erlebnis zu ermöglichen – So beschreibt das Team des CERVO Mountain Resort Zermatt ihren Ansatz. Ihre tiefe Verbindung zu dem Ort am Fuß des Matterhorns zeigt sich in ihrer Philosophie und dem Bestreben, immer noch einen Schritt weiterzugehen, Lieferketten zu verkürzen und lokale Partner ins Boot zu holen.
Produkte für die Küche, Ausstattung und auch Dienstleistungen werden soweit es geht in einem Umkreis von 150 Kilometern bezogen. Ansonsten wählt das Hotel bewusst nachhaltige Unternehmen aus. So stammt zum Beispiel der Honig von Familie Biner, Gemüse und Obst von der Toni Julen GmbH und Käse und andere Milchprodukte von der Horu Käserei – Alles in Zermatt. Mit den meisten Partnern arbeitet das CERVO schon seit vielen Jahren zusammen und sie unterstützen sich gegenseitig bei ihrem ökologischen und sozialen Engagement.
Neben den Zulieferern setzt sich das CERVO auch im eigenen Hotelgarten für durchdachte Wertschöpfungsketten ein. Die Umgebung ist nach Permakulturprinzipien angelegt, sodass ein eigenes kleines System entstand, das neben Nahrungsmitteln auch Energie produziert.
Wenn Sie mehr über die einzelnen Green Pearls® Partner und ihre Philosophien und Initiativen erfahren möchten, schauen Sie gern auf den Microsites der Unterkünfte vorbei. Für Anfragen und Fragen stehen wir zur Verfügung. Gern können Sie diesen Newsletter in Auszügen oder vollständig wortwörtlich übernehmen und veröffentlichen.
