Hallo Zukunft! Nachhaltige Stadtentwicklung und grüne Stadtviertel
Immer mehr Menschen leben in der Stadt. Weltweit betrachtet, ist es bereits über die Hälfte der gesamten Bevölkerung. Tendenz steigend. Das Resultat: Es fehlt an Wohnraum und Grünflächen, das Müllaufkommen ist immens und auf den Straßen bilden sich nicht endende Staus. Gleichzeitig entwickelt sich vielerorts ein erhöhtes Umweltbewusstsein und der Wunsch nach einer möglichst klimafreundlichen Lebensweise. Alles zusammen ergeben Herausforderungen, denen sich nicht nur stark wachsende asiatische, afrikanische und lateinamerikanische Metropolen gegenübersehen, sondern auch europäische und nordamerikanische Städte. Immer mehr Stadtentwickler*innen stehen also vor der Aufgabe, unsere urbanen Räume nachhaltig zu gestalten.
Was ist nachhaltige Stadtentwicklung?
Nachhaltige Stadtentwicklung soll dafür sorgen, dass die Bewohner*innen ohne Schwierigkeiten einen umweltfreundlichen und sozial verträglichen Lebensstil ausleben können. Das heißt in erster Linie, dass die Infrastruktur auf Fußgänger*innen und Radfahrer*innen ausgelegt und der öffentliche Nahverkehr ausgebaut wird, sodass es einfach wird, auf das Auto zu verzichten.
Umweltfreundliche Projekte werden gefördert und neue Grünanlagen geschaffen, womit nicht nur das Mikroklima und die Luftqualität in der Stadt verbessert werden. Die grünen Oasen dienen auch als soziale Treffpunkte für Menschen aller sozialen Schichten. Beim Neubau sollte im Zuge der nachhaltigen Stadtplanung auf wiederverwertbare, möglichst nachwachsende Materialien gesetzt werden. So wird Müll vermieden und die Umwelt geschont.
Wo viele Menschen zusammenkommen und sich Herausforderungen gegenübersehen, entstehen neue Ideen. Großstädte und Metropolen sind schon immer Treiber von Innovationen und neuen Entwicklungen, auch was Nachhaltigkeit angeht. Eine nachhaltige Stadt bringt eine hohe Lebensqualität mit sich. Doch die eine universelle Lösung gibt es nicht. Stattdessen wird überall mit anderen Ansätzen experimentiert. Mal sind sie tiefgreifend und allumfassend, mal sind es einzelne Aktionen, Projekte oder Orte und manchmal ist die Zukunft sogar schon da, wie man an den nachfolgenden Beispielen sieht.
Mehr Pflanzen für ein besseres Mikroklima in Mailand
Das Viertel Porta Nuova hat die Skyline von Mailand neu geformt. Auf einer schon lang nicht mehr genutzten Industriefläche mitten in der norditalienischen Großstadt entstand ein völlig neuer Stadtteil, der zum Flanieren, Entspannen und Socializing einlädt. Die leerstehenden, verfallenen Fabrikbauten wurden durch Hochhäuser verschiedener Architekten ersetzt. Zwei dieser Wolkenkratzer sind ein Modell für Biodiversität in urbanen Räumen: die Zwillingstürme des Bosco Vertikale, des vertikalen Walds.
Bäume stehen auf den Balkonen, Sträucher und Gräser überwachsen die Geländer. Knapp 800 speziell für dieses Projekt ausgesuchte und vorbereitete Bäume, 4500 Sträucher und noch Tausende weiterer Pflanzen begrünen die Hochhäuser und bieten Vögeln und Insekten einen Lebensraum inmitten der Großstadt.
Ein grüner Rückzugsort ist auch die Dachterrasse unseres Green Pearls® Partners Hotel Milano Scala, wo ebenfalls verschiedene Pflanzen wachsen und gedeihen. Über den Dächern der vibrierenden Stadt kann man hier inmitten von Obst, Gemüse und Kräutern den Abend ausklingen lassen. Der üppig bepflanzte Dachgarten sowie die grüne Fassade des Hotels verbessern das Mikroklima im Hotel und in der direkten Umgebung. Besonders effektiv ist das, weil bei einem Aufenthalt im Milano Scala selbst keine Schadstoff-Emissionen entstehen, die von den Pflanzen gebunden werden müssten. Das komplette Hotel wird über Wärmepumpen und Geothermie energieeffizient versorgt.
Nachhaltige Quartierentwicklung in Vauban, Freiburg
Ähnlich wie für das Viertel Porto Nuova wurde auch für das „Vauban“ kein neues Gebiet erschlossen, sondern ein ehemaliges Militärgelände umgenutzt. 2006 war es fertig: das energieautarke, so gut wie autofreie und nachhaltige Stadtviertel Vauban. Die Häuser sind allesamt Passiv-, Niedrigenergie- oder sogar Plusenergiehäuser und die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr sowie das gut ausgebaute Radwegenetz machen ein Auto für die meisten überflüssig. Eine aktive Stadtteilcommunity kümmert sich darum, die Wünsche der Einwohner*innen einzubringen, umzusetzen und das Viertel weiter zu formen.
Am Rand Vaubans liegt das Green City Hotel Vauban. Es ist der ideale Startpunkt, um den nachhaltigen Stadtteil zu Fuß oder mit dem Rad zu erkunden und zudem selbst ein Paradebeispiel gelebter Nachhaltigkeit. Architektonisch setzt es auf ressourcenschonende und grüne Praktiken gepaart mit einem klaren, schnörkellosen Design. Heizung und Kühlung sind energieeffizient gestaltet, Strom kommt aus einer in die Dachfläche integrierten Photovoltaikanlage. Das Hotel ist zudem ein Inklusionsbetrieb: Die Hälfte der Mitarbeitenden sind Menschen mit Behinderung. Generell wird auf die Aus- und Weiterbildung des Teams sehr großen Wert gelegt. Der Fokus liegt klar auf dem sozialen Aspekt, sowohl innerhalb des Hauses als auch bei externen Zulieferern und Produzenten.
Paris als Vorreiter für grüne Stadtplanung
Die Region Paris setzt sich seit Jahren stark für eine nachhaltige Entwicklung der Stadtregion ein. Dabei werden umweltbewusste Projekte gefördert, soziale Maßnahmen ergriffen und grüne Bauvorhaben unterstützt. Unter anderem gibt es das Qualitätssiegel „EcoQuartier“, das nicht nur die Umweltfreundlichkeit eines Stadtviertels garantiert, sondern auch die Zufriedenheit der Bewohner*innen im Blick hat.
Ein solches EcoQuartier ist das im Nordosten der Stadt gelegene Viertel Clichy-Batignolles, das auf einem ehemaligen Güterbahnhof entstanden ist. Das Bild des Stadtteils ist geprägt von den unterschiedlichen und dennoch harmonischen Stilen der Bauten. Die Fassaden sind begrünt, aus Holz oder anderen ressourcenschonenden Materialien und die Häuser haben allesamt eine sehr niedrige Energiebilanz, die zum Teil mit der von Passivhäusern vergleichbar ist. In der Mitte entstand ein großer Park, der optisch einen Ausgleich zu den hohen Gebäuden schafft und den Bewohner*innen des Viertels Erholungsmöglichkeiten und Raum für Sport und Spiel bietet.
Aber auch außerhalb der nachhaltigen Viertel gibt es immer wieder kleine, grüne Oasen. Dazu zählt auch das Hôtel Le Pavillon, das sich vollständig der Nachhaltigkeit verschrieben hat. Das Boutique Hotel in einem ehemaligen Kloster ist durch seine etwas versteckte Lage und den grünen Innenhof eine ruhige Oase und ist dennoch mitten drin im Geschehen. Eiffelturm, Seine oder Champs-Elysées, alles ist fußläufig erreichbar. Die Zimmer sind individuell eingerichtet und bieten Erholung ohne störende elektromagnetische Strahlung. Die lokal und biologisch erzeugten Lebensmittel werden mit Obst, Kräutern und Gemüse aus dem eigenen kleinen Garten ergänzt.
Mikrowald in Erlangen
Oftmals können nicht einfach neue Viertel gebaut werden. Doch nachhaltige Entwicklungen einer Stadt zeigen auch im Kleinen ihre Wirkung. Dabei ist oftmals die Initiative einzelner Personen oder Gruppen ausschlaggebend. So wie im Creativhotel Luise.
Dort bekommt man nicht nur ein leckeres, ökologisches Zero-Waste-Frühstück, um energiegeladen in den Tag zu starten. Auch der riesige Hotelgarten ist immer einen Besuch wert. Auf einem Teil des knapp 1500 Quadratmeter großen Areals entsteht nach japanischem Vorbild ein sogenannter Mikrowald. Auf engstem Raum wachsen verschiedenste Bäume und andere Pflanzen, die sich innerhalb der nächsten zehn Jahre zu einem extrem diversen Lebensraum entwickeln sollen.
Seit den 80er-Jahren wird im Creativhotel nach ökologischen Grundsätzen gehandelt. Es gehört zu den klimapositiven Hotel Deutschlands und bietet neben dem großen Garten auch eine begrünte Dachterrasse zur Erholung. Wer will, kann zudem in einem vollständig nachwachsenden Hotelzimmer® übernachten. Hier wurden ausschließlich natürliche und nachwachsende Rohstoffe für die Innenausstattung verwendet und damit gezeigt: Es geht!
Die Best Practice Beispiele unserer Green Pearls® Partner zeigen, dass nachhaltige Stadtentwicklung nicht immer im ganz großen (oder hohen) stattfindet. Sie kann von einzelnen Unternehmen und auch von jedem selbst angetrieben werden. Das kann der begrünte Balkon sein, die Unterstützung nachhaltiger und regionaler Läden und Initiativen und natürlich der Verzicht auf das Auto. Unsere Green Pearls® Partner gehen mit gutem Beispiel voran.
