Darmstadt ,
03
September
2020
|
09:00
Europe/Amsterdam

Nachhaltigkeit ist mehr als Umweltschutz: Green Pearls® Hotels und ihr sozio-ökonomischer Ansatz

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Nachhaltigkeit assoziieren die meisten Menschen mit dem Schutz der Umwelt. Doch Nachhaltigkeit ist mehr. Sie definiert sich über drei Säulen:

  • Ökologische Nachhaltigkeit zielt auf den bewussten und ressourcenschonenden Umgang mit der Natur ab.
  • Ökonomische Nachhaltigkeit bedeutet, so zu wirtschaften, dass nachfolgende Generationen keinen Nachteil haben.
  • Soziale Nachhaltigkeit möchte eine Gesellschaft etablieren, in der Menschen würdevoll leben können und Arbeits- und Menschenrechte gewährleistet sind.

Tourismus und Nachhaltigkeit

Dem Tourismus kommt beim Thema Nachhaltigkeit eine besondere Rolle zu, da er auch zu Veränderungen beim Klima, und der Nutzung und Ausnutzung von Ressourcen und Menschen beiträgt. Reisende wünschen sich eine intakte Natur und lokale, authentische Erlebnisse. Nachhaltiger Tourismus wird immer wichtiger in Zeiten des schnell voranschreitenden Klimawandels, Overtourism und ungleichen sozialen Faktoren weltweit.

Regierungen auf der ganzen Welt haben erkannt, wie wichtig Nachhaltigkeit und nachhaltiger Tourismus sind. Sie erlassen Regeln und Gesetze, aber es sind die Menschen, die das in ihrem Mindset implementieren müssen, um Veränderung zu bewirken.

Bei Green Pearls® haben wir das große Glück, jeden Tag mit diesen Menschen arbeiten zu dürfen. Unsere Hoteliers setzen sich täglich mit Umweltschutz und sozialer Nachhaltigkeit auseinander. Sie inspirieren mit ihren Ideen Mitarbeiter und Gäste. Der Umgang mit Angestellten, Arbeitsbedingungen, Schulungen, Absicherung des Personals und die Wahrung der Interessen der lokalen Gemeinschaften sind dabei zentrale Themen.

Heute möchten wir 5 Hoteliers und ihre sozialen Konzepte vorstellen. Gerade in Zeiten der Krise durch Covid -19 haben die Hotels weltweit eine besondere Verantwortung.

Creativhotel Luise – Retter in der Not

Während der Corona-Krise hat sich das Creativhotel besonders dafür eingesetzt Menschen vor Ort zu unterstützen. Dabei wurde bereits ganz zu Anfang der Krise eine Nachbarschaftshilfe ins Leben gerufen. Sie sollte vor allem dazu dienen, die Risikogruppen zu schützen und denjenigen zu helfen, die in dieser Situation alleine waren. So konnten Nachbarn sich jederzeit im Hotel melden und Mitarbeiter sind dann für diese einkaufen gegangen und haben Besorgungen oder Ähnliches erledigt.

Ein weiteres Projekt war das Erlanger Carepaket – das Hilfspaket von Erlangern für Erlanger.

Dieses Paket enthielt zahlreiche Produkte von Erlanger Einzelhändlern und aus der Region und konnte an Menschen verschickt werden, denen man besonders in der Krisenzeit Danke sagen möchte. So konnte man die Pakete nicht nur an bestimmte Personen schicken lassen, sondern auch die Option „für Fremde“ wählen. Dafür hat dann das Hotel passende Einrichtungen und Menschen, die ein besonderes Dankeschön während der Corona-Zeit verdient haben, ausgesucht. Die Wahl fiel dabei zum Beispiel auf Mitarbeiter im Krankenhaus und im Labor, Pflegekräfte im Altenheim, Postboten und einige mehr. Insgesamt wurden 423 Pakete innerhalb von 2 Wochen gekauft. „Wir haben uns sehr über den großen Zuspruch für dieses Projekt gefreut, wodurch wir nicht nur viele Einzelhändler, sondern auch viele „Krisenhelfer“ ein bisschen unterstützen konnten.“, heißt es dazu aus dem Hotel.

In gemeinsamer Zusammenarbeit mit der Stadt Erlangen hat das Creativhotel auch Corona Patienten aufgenommen, die zwar nur einen leichten Verlauf der Krankheit hatten, aber keine passende Unterkunft (zum Beispiel Flüchtlingsheim, Wohnheim etc.), um in Quarantäne zu bleiben. Daher verbrachten einige Familien und Einzelpersonen ihre Quarantänezeit in einem abgesicherten Bereich des Creativhotels.

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Bio Kinder- und Familienhotel Gut Nisdorf

Sabine Stange und Jürg Gloor vom Bio Kinder- und Familienhotel Gut Nisdorf sind Teil der Gemeinwohl-Ökonomie-Bewegung, die 2010 vom österreichischen Publizisten Christian Felber gegründet wurde und mittlerweile Mitglieder auf der ganzen Welt hat. Ziel ist es, eine Alternative zur kapitalistischen Marktwirtschaft zu schaffen: Geld und Märkte sollen den Menschen dienen und nicht umgekehrt. Statt nur um das Wirtschaftswachstum geht es um die stetige Erhöhung des Gemeinwohls. Das Wohlergehen des Menschen rückt wieder mehr in den Mittelpunkt ökonomischen Handelns.

Für das Besitzerpaar Jürg Gloor und Sabine Stange steht im Vordergrund, dass sie nachhaltig und möglichst zum Wohle Aller arbeiten.

Kinder und Ernährung: Die Bio-Brotbox Initiative

In zahlreichen Städten und Regionen Deutschlands setzen sich lokale Bio-Brotbox-Initiativen als Netzwerk für gesunde Kinderernährung ein. Seit drei Jahren ist auch das Gut Nisdorf dabei und packt Erstklässlern aus dem Gebiet zur Einschulung eine wiederverwendbare Frühstücksdose mit Zutaten aus ökologischer Landwirtschaft. Ziel dieser Initiative ist, Kindern zu vermitteln, wie wichtig und wertvoll das tägliche, gesunde Frühstück ist und woher es kommt.

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Zeavola hilft Mitarbeitern in der Pandemie  

Die COVID 19-Pandemie betrifft das Gastgewerbe in Thailand, wo der Tourismus einen wichtigen Wirtschaftsfaktor darstellt, besonders hart.

Für das Öko-Boutique-Hotel auf Phi Phi Island bedeutet Nachhaltigkeit, die Belegschaft und die lokale Gemeinschaft zu schützen. Die Leitung des Resorts beschloss das Hotel am 26. März 2020 zu schließen, um den Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben vor einem Lockdown nach Hause reisen zu können. Durch Florian Hallerman‘s schnelles Handeln war es möglich, alle Angestellten mit Ausnahme des Notfallteams nach Hause zu schicken, bevor Thailand alle Reisen einstellte. Das war sowohl für die Mitarbeiter gut als auch für das Hotel.

So konnten die Ausgaben für Mahlzeiten, Strom, Wasser, Abwasser und sogar für Fernsehkanäle und WIFI deutlich reduziert werden.

Mithilfe der thailändischen Regierung konnten Hotels ihre Mitarbeiter in den Urlaub schicken und ihnen bis zu 62 % ihres regulären Gehalts zahlen. Zusätzliche Darlehen überbrückten die Zeit bis zur ersten Zahlung der Sozialversicherung. Somit waren alle Mitarbeiter in der Lage für ihre Familie zu sorgen. Gemeinsam wurde in einer Personalabstimmung beschlossen die bestehende Vorsorgekasse aufzulösen und an die Angestellten auszuzahlen, sodass weitere 3 Monate gesichert waren. Das kleine Team, das im Hotel geblieben war, kümmerte sich um das Hotel, die Maschinen und den Dschungelgarten. Leider kam auch das Zeavola an Entlassungen nicht vorbei, 21 Mitarbeiter wurden in Übereinstimmung mit den geltenden Arbeitsgesetzen entlassen. Einige gingen in den Vorruhestand und erhielten das volle Vergütungspaket entsprechend ihrer Dienstjahre. Durch das thailändische Sozialversicherungssystem bekamen viele von ihnen Entschädigungen für 6 Monate, was ihnen die Möglichkeit gab, in der bevorstehenden Reisezeit eine alternative Arbeit zu finden. Auch die Gemeinschaft der Seezigeuner war vom Lockdown betroffen. Da die Schule geschlossen war, stellte das Zeavola die wöchentliche Mahlzeit für Schulkinder und Lehrer ein. Die Gemeinde wurde jedoch durch monatliche Reisbeiträge unterstützt.

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Das Tongsai Bay auf Koh Samui setzt auf lokales Engagement

Das Tongsai Bay auf Koh Samui verfolgt seit der Eröffnung 1987 eine nachhaltige Philosophie und ist in Thailand einer der Vorreiter für Nachhaltigkeit. Lange bevor Menschen weltweit über die Auswirkungen des Tourismus auf die Umwelt und Menschen nachgedacht haben, hat der Gründer des Tongsai Bay, Khun Akorn Hoontrakul, seine Vision von einem nachhaltigen Hotel umgesetzt. Viele Mitarbeiter sind bereits seit über 30 Jahren im Resort und man sieht sich als Familie. 95% des Teams stammen aus Thailand und von den 200 Angestellten kommen 25 von der Insel. Dem Hotel ist es wichtig, die Mitarbeiter regelmäßig zu schulen und durch die Trainings ein Bewusstsein für die Umwelt zu schaffen, nur so kann Veränderung bewirkt werden. Um die Mitarbeiter während der Schließung des Hotels im Lockdown zu unterstützen, wurden kostenfreie Mahlzeiten angeboten und die Gehälter wurden teilweise weitergezahlt, auch mithilfe des thailändischen Sozialversicherungssystems. Auch jetzt werden die Mitarbeiter weiter geschult mit besonderem Fokus auf die neue Situation durch Corona. Das Öko Hotel unterstützte zudem weiterhin soziale Projekte wie das Tierheim, Schulen, Tempelprojekte und „Sisters of Samui“, ein Projekt, das täglich mehr als 1000 Obdachlose speist.

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Gili Lankanfushi : GILIS SEAS – Social & Environmental Awareness and Sustainability

Das 6-Sterne-Hotel auf den Malediven verfolgt mit seinem GILIS SEAS Programm – Sozial- & Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit, strenge Regeln sowohl in Bezug auf die Umwelt als auch auf die soziale Verantwortung. Fast alle Mitarbeiter sind Einheimische, die intensiv geschult und gefördert werden. Das Resort versucht wann immer möglich lokale und fair trade Produkte zu beziehen, um die Transportwege so kurz wie möglich zu halten und regionale Produzenten zu unterstützen. Die Lieferanten werden auch nach den Kriterien ausgesucht, ob sie fair bezahlen, gute Arbeitsbedingungen bieten und lokale Mitarbeiter einstellen. Das Hotel stellt regelmäßig eine kostenlose Fähre nach Male und Himmafushi für das Personal zur Verfügung, damit sie ihre Familien sehen, Freunde besuchen oder einkaufen können. Auch die Bewohner von Himmafushi können diese nutzen. Außerdem unterstützt das Hotel die Schule von Himmafushi und bezahlt das Gehalt eines ganztägig eingestellten Lehrers, der dort Englisch unterrichtet.

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Inkaterra: Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit in Peru 

Seit der Gründung 1978 inverstiert Inkaterra in die wissenschaftliche Forschung und die Aus - und Weiterbidung der lokalen Gemeischaften. Die Hotelkette nimmt damit eine Vorreiterstellung in Bezug auf Nachhaltigkeit ein. Mehr als 4.000 Einheimische wurden bereits ausgebildet. Inkaterra bietet Karrieremöglichkeiten im Gastgewerbe und in den unterschiedlichen Landwirtschaftsprojekten. Es werden regelmäßig  Workshops und Konferenzen für lokale Gemeinden organisiert, um das Bewusstsein für den Umweltschutz zu schärfen.

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