Darmstadt,
20
Mai
2026
|
11:30
Europe/Amsterdam

Zahlen, Werte, Wirkung: Wie Green Pearls® Partner Nachhaltigkeit im Hotelbetrieb messen

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Steigende Energiepreise, veränderte Gästewünsche und der Wettbewerb um Fachkräfte sorgen dafür, dass Hotels ihr Handeln zunehmend an Umwelt- und Sozialkennzahlen ausrichten. Es geht längst nicht mehr nur darum, „Gutes zu tun“, sondern darum, Fortschritte messbar zu machen und zu zeigen, welche Wirkung das eigene nachhaltige Engagement entfaltet.

Lässt sich Nachhaltigkeit messen?

Werte lassen sich nicht allein anhand von Zählerständen und CO₂-Bilanzen erfassen. Eine aktuelle Untersuchung des Instituts für Tourismus der Fachhochschule Westschweiz Wallis in Zusammenarbeit mit dem Hotelverband Deutschland und der Arbeitgeber-Bewertungsplattform Kununu stellt jedoch einen klaren Zusammenhang zwischen Mitarbeiterzufriedenheit und Gästeerlebnis her. Analysiert wurden Daten von über 400 ausgewählten Hotels, deren Bewertungen auf Kununu, Booking.com und TripAdvisor miteinander verglichen wurden. Das Ergebnis zeigt, Häuser mit hoher Mitarbeitermotivation erzielten deutlich bessere Gästebewertungen, vor allem bei Sauberkeit, Servicequalität und Gesamtzufriedenheit.

Die nachhaltigsten Häuser messen daher weit mehr als ihren Ressourcenverbrauch. Neben Energie- und Wasserverbrauch, Abfallaufkommen oder CO₂-Emissionen betrachten sie auch soziale Kennzahlen wie Mitarbeiterzufriedenheit, Fluktuationsraten oder Ergebnisse interner Befragungen. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, welche konkreten Schlüssel-Parameter nachhaltige Unterkünfte erfassen und welche Erkenntnisse sich daraus ziehen lassen. Ein Blick in die Praxis der Green Pearls® Partner zeigt, dass die Ansätze von präziser Datenauswertung bis zu kreativen Beteiligungsformaten reichen, die das gesamte Team in den Wandel einbeziehen.

Harte Daten, weiche Faktoren: Ein Blick auf die Kennzahlen

Das Hotel Luise in Erlangen hat eine Vielzahl an Schlüssel-Parametern definiert. Dort ist die „Wall of Change“ das sichtbare Herzstück des ganzheitlichen Nachhaltigkeitsansatzes. An dieser Wand, die physisch in der Lobby und digital zugänglich ist, sind inzwischen Hunderte von Maßnahmen dokumentiert, mit denen das Hotel seinen Betrieb umwelt- und sozialverträglicher gestaltet. Die Bandbreite reicht von baulichen Maßnahmen über Einkaufsrichtlinien bis zu kleinen, alltagstauglichen Verhaltensänderungen. Jede einzelne Maßnahme erzählt eine Geschichte und zeigt, dass Wandel oft in vielen kleinen Schritten passiert. Hinter den kleinen Holzblättern dieser Wand steht ein sehr präzises Monitoring. Für die Ermittlung des CO₂-Fußabdrucks etwa werden detaillierte Daten erfasst: Strom- und Wasserverbräuche, gewogene Müllmengen, der Einsatz von Lebensmitteln und Reinigungsmitteln, die Zahl der gewaschenen Wäscheeinheiten sowie die Fahrtwege der Mitarbeitenden. Die „Wall of Change“ übersetzt diese nüchternen Zahlen in ein lebendiges Bild des Fortschritts.

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Im OCÉANO Health Spa Hotel auf Teneriffa ist der schonende Umgang mit Wasser essenziell, weil es auf der Insel eine kostbare und begrenzte Ressource ist. Die Entwicklung von Energie- und Wasserverbräuchen sowie des Abfallaufkommens wird kontinuierlich überwacht, um Lecks sofort aufzudecken, Fortschritte sichtbar zu machen und sich ständig zu verbessern. Das Hotel setzt dabei auf technische Lösungen wie Durchflussbegrenzer in den Duschen, die den Verbrauch reduzieren, ohne die Aufenthaltsqualität zu beeinträchtigen. Parallel dazu wird der Einsatz von Solarenergie ausgebaut, um den Anteil erneuerbarer Energien zu erhöhen und den CO₂-Ausstoß des Hauses zu senken.

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Während das OCÉANO stark über den laufenden Betrieb steuert, setzt das Naturhotel Outside in Tirol auf zentral festgehaltene Kennzahlen und zeigt seine Fortschritte in einem regelmäßig erscheinenden Umweltbericht. In diesem Bericht dokumentiert das Hotel, wie sich Energie- und Wasserverbräuche, CO₂-Emissionen und Abfallmengen entwickeln und welche Ziele für die kommenden Jahre gelten. Darin wird unter anderem deutlich, welche Rolle erneuerbare Energien spielen und wie stark die regionale Wirtschaft durch Einkauf und Kooperationen gefördert wird. Der Umweltbericht ist Kompass und Visitenkarte zugleich: Intern hilft er, Prioritäten zu setzen und alle im Team auf den gleichen Wissensstand zu bringen, extern schafft er Vertrauen bei Gästen und Partnern, die nachvollziehen möchten, was Nachhaltigkeit vor Ort konkret bedeutet.

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Ein anderes Beispiel für strukturiertes, extern überprüftes Nachhaltigkeitsmanagement liefert das APIPURA hotel rinner auf dem Ritten. Der Familienbetrieb lässt seine Leistungen durch die Zertifizierung des GreenSign-Instituts bewerten und erreicht dort die höchste Stufe. Der zugrunde liegende Kriterienkatalog umfasst weit über hundert Aspekte aus den Bereichen Umwelt, soziale Verantwortung und wirtschaftliche Entwicklung. Dazu gehören nicht nur klassische Umweltkennzahlen wie Energie- und Wasserverbrauch oder Abfallmanagement, sondern auch ökologische Verantwortung, regionale Wertschöpfung und innovative Ansätze für einen zukunftsweisenden Tourismus. Nachhaltigkeit ist tief im Selbstverständnis des Familienbetriebs der Rinners verankert und wird seit drei Generationen immer weiterentwickelt. Zusätzlich wurde das Hotel als erstes Hotel mit dem Bio-Fair-Südtirol-Label ausgezeichnet. 

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Emissionen messen, auswerten und verringern

Das familiengeführte Hotel Weihrerhof, ebenfalls auf dem Ritten gelegen, agiert im Rahmen eines naturverbundenen Konzepts. Das Hotel misst seinen Energieverbrauch, den Wasserverbrauch pro Gast und Nacht und die Abfallmengen akribisch und erstellt auf dieser Basis eine umfassende CO₂-Bilanz. Dabei orientiert es sich an der international gängigen Einteilung in direkte Emissionen, Emissionen aus eingekaufter Energie und weitere vor- und nachgelagerte Emissionen entlang der Wertschöpfungskette. Die Auswertung zeigt, welche Bereiche den größten Anteil an der Gesamtbilanz haben und wo sich mit welchen Maßnahmen die meisten Klimagase einsparen lassen. In den vergangenen Jahren konnte das Haus seine Emissionen bereits um 30 % senken. Besonders bemerkenswert ist das selbst gesetzte Ziel, den CO₂-Ausstoß pro Gastnacht Jahr für Jahr um 4-5 % zu reduzieren.

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Einen ähnlich konsequenten Blick auf seine Kennzahlen wirft das SCHWARZWALD PANORAMA, das seinen CO₂-Fußabdruck in einem eigenen Klimabericht dokumentiert. Im Fokus stehen dabei vor allem klassische Umweltparameter wie CO₂-Emissionen im Betrieb, Energie- und Ressourcenverbrauch sowie CO₂-Ausstoß aus Mobilität und Beschaffung. Diese Daten werden einzelnen Bereichen zugeordnet und regelmäßig ausgewertet, um Entwicklungen und Trends zu erkennen.  Bei all den „trockenen“ Zahlen wird im Schwarzwald die Rolle der Menschen und Mitarbeitenden allerdings bewusst herausgestellt. Nachhaltigkeit wird auch als kultureller Prozess verstanden, der mit der Auswahl und dem Onboarding der Mitarbeitenden beginnt und durch Möglichkeiten zur Mitgestaltung und transparente Kommunikation gestärkt wird. In einem solchen Umfeld entstehen ein starker Teamzusammenhalt und Stolz auf die eigene Arbeit. Das überträgt sich unmittelbar auf das Gästeerlebnis und spiegelt sich in einer hohen Gästezufriedenheit und einer wachsenden Stammgästebindung wider.

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Auch beim Bio- und Wellnessresort Stanglwirt am Wilden Kaiser zeigt sich, wie eng ökologische Kennzahlen und soziale Verantwortung miteinander verknüpft sind. Das familiengeführte Resort erstellt seit Jahren eine eigene CO₂-Bilanz und misst systematisch Strom- und Wasserverbräuche mithilfe eines digitalen Facility-Controlling-Systems, um Mehrverbräuche frühzeitig zu erkennen. Durch Zertifizierungen wie das Österreichische Umweltzeichen und das EU Ecolabel werden diese Daten zusätzlich in Verbindungen zu Übernachtungen  bzw. Personenzahl gesetzt und bewertet. Gleichzeitig setzt der Stanglwirt auf ein umfassendes HR-Konzept mit professionellen Recruiting, Mental-Health-Angeboten und groß angelegten Mitarbeiterbefragungen. Für die gezielte Mitarbeiterentwicklung wurde die „Stanglwirt-Talenteschmiede“ ins Leben gerufen, die maßgeschneiderte Workshops für Mitarbeiter, Führungskräfte, Nachwuchsführungskräfte sowie Praktikanten und Lehrlinge anbietet. um sie bestmöglich weiterzuentwickeln. Der Ansatz zur Mitarbeiterzufriedenheit stärkt die langfristige Bindung und Motivation der Mitarbeitenden und schafft, wie beim Gast, eine persönliche Vertrauensbasis.

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Nachhaltigkeit gelingt nur im Team

Wie eng die Themen Teamkultur und Nachhaltigkeit verknüpft werden können, zeigt auch die SANDcollection mit ihren Häusern SANDglow (Husum) und SANDnature (Timmendorfer Strand). Mit dem SANDbook hat die Gruppe ein internes Instrument geschaffen, das das eigene Nachhaltigkeitsverständnis strukturiert, erklärt und für alle Mitarbeitenden zugänglich macht. Im Zentrum steht ein Farb- und Ampelsystem, das Leistungen in verschiedenen Bereichen bewertet und mit einem Bonussystem verbindet. Drei Farben und mehrere Kriterien bilden eine Art spielerische Matrix, anhand derer Mitarbeitende und Teams erkennen können, wo sie stehen und welche Schritte zur nächsten Stufe nötig sind. Ziel ist es, neben der persönlichen Weiterentwicklung auch zu einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess des Betriebes beizutragen. Parallel dazu führt die SANDcollection dieses Jahr erneut Nassmülllmessungen durch, um das Bewusstsein des neuen Küchenteams zu sensibilisieren und wirksame Reduktionsmaßnahmen abzuleiten.

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Für das Allgäuer Hotel Das Rübezahl ist Nachhaltigkeit im Unternehmen kein abstraktes Ziel, sondern ein stetiger Entwicklungsprozess. Entsprechend werden zentrale Kennzahlen systematisch erfasst und ausgewertet. Dazu zählt insbesondere der Energie- und Wasserverbrauch, der mithilfe von Messgeräten an sämtlichen Quellen analysiert und gesteuert wird. Auch Abfallmengen und Recyclingquoten werden regelmäßig dokumentiert und der Einsatz regionaler Produkte überprüft. Darüber hinaus spielen qualitative Faktoren eine entscheidende Rolle. Die Zufriedenheit der Mitarbeitenden wird im engen Austausch innerhalb des Teams sichergestellt und anhand der langfristigen Zusammenarbeit reflektiert. Ebenso fließen stabile Partnerschaften mit regionalen Betrieben sowie das direkte Feedback der Gäste in die Gesamtbewertung ein. Gerade diese „weichen Faktoren“ liefern wertvolle Hinweise darauf, ob die eingeschlagenen Maßnahmen wirksam sind und nachhaltig greifen.

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Was nachhaltige Hotels verbindet

In all diesen Beispielen zeigt sich eine gemeinsame Linie: Nachhaltigkeit ist kein loses Bündel von Einzelmaßnahmen, sondern ein Prozess und ein Gesamtkonzept. Messung spielt dabei eine doppelte Rolle. Einerseits liefern Kennzahlen zu Energie, Wasser, Abfall, Emissionen oder regionaler Wertschöpfung eine objektive Grundlage, um Fortschritte zu dokumentieren und Entscheidungen zu treffen. Andererseits schaffen sie Transparenz. Für Mitarbeitende, für Gäste und für die Region wird nachvollziehbar, was hinter dem Engagement eines Hauses steckt. Werden Kennzahlen sichtbar gemacht, wie in Umweltberichten, Installationen, Mitarbeiter-Schulungen oder Ampelsystemen, entwickeln sie eine eigene Wirkung. Sie machen Entwicklungen greifbar und zeigen, dass individuelles Handeln messbare Ergebnisse erzielt.